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Das Objektiv- Der Kaufberater für die perfekte Kameraoptik

Eine Systemkamera oder eine Spiegelreflexkamera funktioniert ohne ein Objektiv nicht. Das Objektiv ist ein essentieller Bestandteil der Kameraausrüstung und hat somit unweigerlich auf das Fotografieergebnis maßgeblichen Einfluss.

Es gibt eine Fülle an verschiedenen Objektiven in verschiedenen Größen und Preisklassen. Durch diese Auswahl lässt sich für jedes Motiv auch das passende Objektiv finden. Aber nicht nur das, sondern auch ob es sich um ein Teleobjektiv, Fischaugenobjektiv (Fisheye), Makroobjektiv, Weitwinkelobjektiv oder ein Zoomobjektiv handelt. Hier wird definiert, welchen Bildausschnitt die Digitalkamera aufnimmt und bestimmt auch die Schärfe der Details eines Fotos.

Inhaltsverzeichnis:

Für jede Situation das richtige Objektiv

Durch die Möglichkeit Objektive an einer Systemkamera oder einer Spiegelreflexkamera zu wechseln, können Sie für jedes Motiv, das passende Objektiv wählen, wie z.B. bei Makro-Aufnahmen ein Makroobjektiv. Durch das System eines Wechselobjektivs gelingen Ihnen perfekte aufnahmen in den unterschiedlichsten Perspektiven.

Wenn Sie eine Spiegelreflexkamera oder Systemkamera kaufen, dann bekommen Sie oft ein Kit angeboten. Das ist in soweit auch sinnvoll, da die Digitalkamera ohne Objektiv ja nicht funktioniert. In den Kamera-Kits sind in der Regel die handlicheren Vertreter der Objektive enthalten (18-55mm oder 16-50mm). Gerade für den Anfang sind diese Objektive perfekt. Einen Vorteil hat der Kauf eines Kamera-Kits, i.d.R. ist das Kit nicht viel teurer als das Gehäuse einzeln. Darum lohnt es sich hier auch mal die Preise zu vergleichen.

Sie sollten anhand des Motivs, welches Sie fotografiere möchten, das Objektiv wählen. Es gibt für Makroaufnahmen spezielle Makroobjektive und für einen weiten Zoom auch entsprechende Zoom-Objektive. Hier unterscheiden sich die Objektive dann z.B. in der Schärfe des Motivs.

Sie müssen einfach das vorhandene Objektiv um diese Objektive erweitern, welche Sie für Ihre Wunschmotive benötigen.

Auf welche Eigenschaften kommt es bei einem Objektiv an?

Je nach dem. welchen Anspruch Sie an ein Objektiv stellen, sind folgende Eigenschaften entscheidend:

  • Brennweite regelt den Blickwinkel
  • Crop-Faktor hängt von der Kamera ab
  • Lichtstärke was beim Sensor landet
  • Autofokus gestochene Schärfe
  • Stabilisator Verwackelungsschutz
  • Die Brennweite

Die Brennweite

Mit Ihr wird der Blickwinkel eines Objektives beschrieben und ist somit der wichtigste technische Faktor des Geräts. Die Größe wird in Millimeter angegeben und zeigt an, wie weit die Linse von von dem Sensor entfernt ist.

Umso näher die Linse an dem an dem Fokuspunkt des Sensors ist, umso größer ist der Blickwinkel des Objektivs.

Die Brennweite teilt die Objektive in die verschiedenen Kategorien ein:

  • Normalobjektiv
  • Teleobjektiv
  • Weitwinkelobjektiv

Um zu definieren, welche Brennweite man benötigt ist es zunächst wichtig zu wissen, was man denn fotografieren möchte. Hier kann man ganz grob in verschiedene Kategorien unterteilen:

  • Portraitfotografie
  • Landschaftsfotografie
  • Sportfotografie
  • Markofotografie
  • Reportagen

Für die Portraitfotografie eignen sich Telebrennweiten zwischen 80mm - 100mm am ehesten. Für Landschaftsaufnahmen sollte die Brennweite relativ kurz sein, damit das beste Ergebnis erzielt werden kann - hier sollte die Brennweite zwischen 16mm - 35mm liegen. Bei Sportaufnahmen, sieht man ja auch immer wieder beim Fußball, sollte man Telebrennweiten nehmen ab 200mm, auch wenn diese Objektive groß und schwer sind. Für eine Fotoreportage sollte zu einer Brennweite von 35mm - 50mm gegriffen werden.

Crop-Faktor

In der Regel beziehen sich die Brennweitenangaben bei Objektiven auf das Kleinbildformat analoger Kameras. Somit ist die reale Brennweite eines Objektivs abhängig von dem verbauten Sensor bzw. dem Sonsorformat in der Spiegelreflexkamera oder Systemkamera. Mit diesem Format arbeiten allerdings nur Vollformatkameras (36mm x 24mm). Bei anderen Sonsorabmessungen muss der tatsächliche Brennwert mit dem Crop-Faktor (Verlängerungsfaktor) berechnet werden.

Formal: Brennweite x Crop-Faktor

Hier ein Beispiel:

  • Die meist verbauten Sensoren bei Systemkameras sind Bildsensoren im APS-C-Format. Diese Sensoren sind im Verhältnis kleiner als die einer Vollformatkamera nämlich 22,5mm x 15mm bei Sony, Canon und Fuji bzw. bei Nikon 23,7mm x 15,6mm.
  • Somit ergibt sich, dass ein Vollformatsensor 1,6 mal so groß ist, wie der APS-C-Format (22,5mm x 15mm) und 1,5 mal so groß wie bei Nikon ( 23,7mm x 15,6mm).
  • Wenn man nun ein 200mm Objektiv als Grundlage nimmt ergibt sich bei einer Sensorgröße von 22,5mm x 15mm folgendes:
  • 200mm x 1,6 = 320mm
  • Durch den Crop-Faktor steigt die Brennweite von 200mm auf 320mm.>

Kleiner Tipp: Manche Hersteller wie Panasonic und Olympus geben bei Micro-Four-Thirds-Objektiven direkt die reale Brennweite an.

Lichtstärke

Dieser Wert wird, genau wie die Brennweite, immer mit angegeben. Bei der Lichtstarke handelt es unterm Strich um den Lichtverlust durch das Objektiv, respektive wieviel Licht verloren geht. Die Lichtstärke ist ein wichtiger Indikator für ein gutes Objektiv, denn ohne Licht kein gutes Foto.

Hier gilt:

  • Je kleiner der Wert, umso weniger Licht geht verloren und desto besser ist es
  • Umso lichtstärker das Objektiv ist desto besser von auch bei widrigen Lichtverhältnissen ohne künstliches List, z.B. durch einen Blitz fotografiert werden

Sie sollten allerdings immer Objektive aus der selben Gattung miteinander vergleichen. Man sieht auch Objektive mit einer Lichtstärke von 1,0, allerdings sind bei Teleobjektiven Lichtstärken von 2,8 noch immer hervorragend.

Es kommt auch vor, dass 2 Werte angegeben werden. Hier handelt es sich i.d.R. um Zoomobjektive. der erste Faktor ist dann immer für den unteren Brennweitenbereich bezeichnend (Weitwinkel) und der zweite für den oberen Brennweitenbereich (Tele)

Sie sollten an der Lichtstärke also nicht sparen, denn sie ermöglicht tolle Fotografien.

Autofokus

Sollte man mit dem Autofokus arbeiten wollen, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es hier Unterschiede in Geschwindigkeit der Scharfstellung und Motorengeräusche gibt. Diese zwei Punkte sind ganz klar Preisabhängig. Hier stellt sich auch die Frage, wofür das Objektiv benutzt werden soll. Denn ist ist natürlich ungünstig, wenn man Tiere fotografieren möchte und das Geräusch des Objektivs beim Scharfstellen verschreckt das Tier oder das Objektiv braucht einfach zu lange für die Scharfstellung und das Motiv verschwindet nicht fotografiert.

Stabilisator

Wer kennt es nicht, man ist nun schon eine Weile unterwegs und hat auch schon einige Fotos gemacht und so langsam wird der Arm schwach. Genau hier sollte man sich überlegen, ob man ein Objektiv nimmt, welches einen integrierten Bildstabilisator hat. Sollte man allerdings mit einem Stativ unterwegs sein, macht er keinen Sinn. Hier sollte man ihn immer abschalten. Aber gerade bei schlechten Lichtverhältnissen ist so ein Bildstabilisator oft pures Gold wert.

Objektive in Kategorien

Jeder Hersteller hat sein eigenes Anschlusssytem, darauf sollten Sie stets achten. Sonst passiert es, dass Sie von einem Dritthersteller wie z.B. Sigma oder Tamron ein Objektiv mit einem falschen Anschluss kaufen. Es allerdings auch Adapter die die einzelnen Anschlüsse untereinander verbinden.

  • Zoomobjektive
  • Festbrennweite
  • Teleobjektiv
  • Weitwinkelobjektiv
  • Makroobjektiv
  • Sonstige Objektive

Zoomobjektive

Hier handelt es sich um flexible Objektive. Dadurch das sie unterschiedliche Brennweiten vereinen, können Sie in einem Bereich von z.B. 16mm bis 50mm stufenlos fotografieren. Durch diese Möglichkeit können Sie sich schnell auf unterschiedliche Motive einstellen. Die Größe des Objektivs ist stark von der Brennweite abhängig. Bei kleinen Brennweiten ist das Objektiv auch entsprechend kleiner.

Wichtige Information: Ein Zoomobjektiv hat i.d.R. schlechtere optische Eigenschaften im gesamten Zoombereich als Objektive anderer Kategorien. Das hat einen rein technischen Hintergrund. Also sollte man hier immer dran denken, dass man einen Kompromiss eingeht.

Festbrennweite

Um die beste Bildqualität zu erreichen, kommt man um ein Objektiv mit Festbrennweite nicht herum. Egal ob beim ambitionierten Hobbyfotografen oder Profifotografen, Die Festbrennweite ist da immer die erste Wahl.

Hier hat man bei der gewählten Brennweite eine höhere Lichtstärke bei besserer optischer Leistungsfähigkeit also im Vergleich zu den Zoomobjektiven. Allerdings ist das natürlich auch ein Nachteil, wenn man unterschiedliche Entfernungen abdecken möchte, denn das kann eine Festbrennweite leider nicht.

Teleobjektiv

Wie der Name schon sagt Tele (man denke an Teleskop), dient ein Teleobjektiv dazu, weit entfernte Motive ganz nah ran zu holen. Bei einer Brennweite zwischen85mm und 135mm handelt es sich um leichte Teleobjektive und zwischen 80mm und 300mm spricht man von Teleobjektiven.

Hier sollte man beachten, dass ab einer gewissen Entfernung das Fotografieren ohne Stativ immer schwieriger bis unmöglich wird. Sogar Bildstabilisatoren stoßen hier schnell an ihre Grenzen.

Weitwinkelobjektiv

Normalerweise gelten Objektive mit einer Brennweite unter 35mm als Weitwinkelobjektiv. Diese Objektive dienen zur Darstellung eines größeren Blickwinkels als andere Objektive. Gerade wenn man nicht so viel Platz hat, z.B. bei einem Familienfoto in der Wohnung ist solch ein Weitwinkelobjektiv das passende Gerät.

Wichtig zu wissen: Bei geringer Brennweite verzerrt das Bild immer stärker, was zum brechen bzw. biegen von geraden Linien auf dem Foto führen kann.

Makroobjektiv

Die Makrofotografie, eine gar nicht mal so einfach Disziplin. Ohne das passende Objektiv erst gar nicht machbar. In der Makrofotografie wird das ganz Kleine, ganz Groß gemacht. Mit solch einem Makroobjektiv können Sie bis auf wenige cm an Ihr Motiv rangehen, ohne dass das Bild verschwommen wird. Die Bildergebnisse sind oft phänomenal, denn wann sieht man schonmal die kleinsten Ding in einer Größe, in der sich alles erkennen lässt.

Sollte man nicht nah an das Motiv herangehen können, z.B. bei kleinen Tieren, die direkt die Flucht ergreifen würden, bietet ein Makroobjektiv mit einer hohen Brennweite die bessere Alternative an.

Denken Sie allerdings immer an ein Stativ bei großer Entfernung, sonst wird es nichts mit einem tollen Foto.

Sonstige Objektive

Hier Runter fallen:

  • Fisheye-Objektiv
  • Shift-Objektiv

Bei dem Fisheye-Objektiv handelt es sich, wie der Name schon sagt, um ein Objektiv das das ein rundes Bild aufnimmt. Also 180 Grad in jede Richtung. Die Fisheye-Optik ist bei einigen Sportarten sehr beliebt, da man mehr der eigentlichen Aktion erfassen kann.

Das Shift-Objektiv ist ein Exot. Mit diesem Gerät kann man z.B. in der Architekturfotografie stürzende Linien verhindern, da man hier die Optik gegenüber der Bildebene verschieben kann.

Fazit

Es gibt also für jeden Anwendungsbereich das passende Objektiv. Hier gilt es nur, dass Sie für sich definieren, für welchen Einsatzzweck Sie das Objektiv benötigen. Es ist nicht immer so, dass Sie mit einem hochpreisigen Objektiv auch bessere Fotos machen. Die Kombination mit der passenden Digitalkamera und ihren ganz individuellen fotografischen Können macht die richtige Mischung.

Viele Objektive sind nicht immer scharf, wenn die Blende komplett geöffnet ist. Das wird nach ein paar Abblendstufen besser, womit das Objektiv dann die maximale Schärfe erreicht. Im Weitwinkelbereich haben Sie das größte Risiko von Abbildungsfehlern, dies gilt immer zu beachten. Ab 40mm - 90mm sinkt das Risiko enorm, dass Abbildungsfehler produziert werden bzw. dass man diese erkennt.

Das Gewicht sollte nie außer Acht gelassen werden. Auch wenn mit dem Gewicht oft eine massivere Bauart und eine damit verbundene Robustheit einher geht, wird das Objektiv aber immer schwerer. Und nach ein paar Kilometern Laufweg kann jedes Gramm entscheidend sein.

Also wenn Sie einen Allrounder haben möchten, dann ist ein Zoomobjektiv die beste Wahl. Denn hier decken Sie die meisten Bereiche ab. Sollten Sie allerdings für andere bestimmte Zwecke etwas suchen, dann sollten Sie sich für ein Objektiv aus der jeweiligen Kategorie entscheiden und nicht vergessen:

  • Niedrige Lichtstärke die mit f gekennzeichnet ist, bedeutet einen geringeren Lichtverlust
  • Ein Telezoom-Objektiv (55mm - 200mm) fällt auch unter Zoomobjektiv und deckt einen ziemlich großen Bereich ab

Tipp: Man sollte immer einen Filter zu einem Objektiv dazu kaufen. Nicht unbedingt um einen gewissen Effekt zu erzielen, sondern vielmehr um das Objektiv vor Beschädigungen zu schützen. Denn ein Filter ist a) nicht so teuer wie das Objektiv und b) leicht gewechselt.

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